Kommentar. Zeit für eine Taktikanpassung
Branchenkommunikation. Fünf Jahre ist es her, dass die Sektorstrategie 2030 ins Leben gerufen wurde. Eines ihrer Ziele: eine neue, gemeinsame Branchenkommunikation. Sie sollte auf keinen Fall so altbacken sein wie die Kampagnen der ehemaligen CMA. Dafür wurde extra die Initiative Milch gegründet, die das Thema Milch besonders der Generation Z nahebringen soll. Also Menschen, die zwischen Mitte der 1990er Jahre und den frühen 2010er Jahren geboren wurden. Dafür wurden Social Media-Kampagnen, Podcasts und Auftritte auf Messen für Konsumenten ins Leben gerufen.
Nun sind fünf Jahre vergangen, es ist quasi Halbzeit. Haben Sie schon einmal Aktivitäten der Initiative Milch wahrgenommen? Nein? Vielleicht sind Sie, genau wie ich, nicht im richtigen Alter. Ich gehöre eher zu der Generation, die in den 90igern zur Musik von Dr. Alban und seinem Hit »Halleluja« in der Disco getanzt hat. Der Song wurde für eine Kampagne der Initiative Milch umgetextet zu »Halle-Muhja«. Er soll mit neuem Schwung den alt bekannten Slogan »Milch macht‘s« in die Köpfe der Konsumenten bringen. Ob das bei Jüngeren besser funktioniert als bei mir? Hoffentlich!
Immerhin hat der Videoclip seit Mai letzten Jahres mehr als 292 000 Aufrufe auf Youtube. Ich erwarte aber mehr von einer guten Branchenkommunikation. Eine Halbzeitpause ist nicht nur beim Fußball ein guter Zeitpunkt zur Taktikänderung. Fünf Jahre bleiben, um das Ziel zu erreichen: Ein besseres Image und ein stabiler Konsum von Milchprodukten. Kerstin Wriedt, Geschäftsführerin der Initiative Milch, sagte beim Berliner Milchforum: »Die meisten Tore fallen in der zweiten Halbzeit«. Es sind noch viele Schüsse möglich und nötig!