Schlachtung. Mehr Verwerfungen bei unkupierten Schwänzen
Bissverletzungen am Schwanz können im schlimmsten Fall zu Abszessen und zur Verwerfung des gesamten Schlachtkörpers führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt, selbst wenn die Wunde bereits vernarbt ist. Besonders stark sind unkupierte Tiere betroffen, zeigt eine spanische Studie.
Um das Auftreten von Schwanzverletzungen zu verringern, ist das Kupieren der Schwänze europaweit nach wie vor eine gängige Maßnahme. Dabei sollte sie eigentlich nur als letztes Mittel angewandt werden, so die geltende gesetzliche Regelung. Eine spanische Studie kommt nun zu dem Schluss, dass die Beurteilung von Schwanzschäden bei der amtlichen Untersuchung im Schlachthof schwierig ist. Somit werde das tatsächliche Vorkommen von Schwanzbeißen unterschätzt.
Messung der Schwanzlänge
Die Beurteilung der Schwanzlänge von Schweinen am Schlachtband ist längst praxisreif. So setzt Vion am niederländischen Standort Groenlo bereits seit 2021 KI ein, um die Länge der Schwänze zu erfassen. Die Betriebe erhalten die Messergebnisse mit ihrer Schlachtabrechnung zurück. Ziel ist es, die Schweinehalter zu sensibilisieren und zur Lieferung von Schweinen mit längeren Schwänzen zu motivieren.