Was kommt nach dem Greening?

 

Umweltziele. Das Greening hat keine Zukunft mehr, und niemand wird ihm eine Träne nachweinen. Für Wissenschaftler und Umweltverbände ist es nicht ehrgeizig genug. Für Landwirte zu bürokratisch. Der EU-Rechnungshof hält es für einen Einkommenstransfer ohne ökologische Wirksamkeit.

Aber was kommt danach? Die EU-Kommission will ehrgeizige Ziele und eine ergebnisorientierte Bewertung: Die Maßnahme allein soll nicht mehr reichen, sie soll auch etwas bringen.

Ganz leicht ist das nicht. Normalerweise werden für  Bewertungen Indikatoren herangezogen. Die DLG hat damit einige Erfahrung. Sie bietet sogar eine Nachhaltigkeitszertifizierung bis hinunter zum einzelnen Betrieb an. Das ist nicht ohne Grund eine anspruchsvolle Sache. Sie müsste vereinfacht werden, wollte man sie in jedem Betrieb anwenden. Damit vermindert sich aber auch die Aussagekraft und es steigt die Anfälligkeit für pauschale und damit im Einzelfall vielleicht ungerechte Bewertungen.

Für die Ökoverbände ist Zertifizierung sogar das Geschäftsmodell – allerdings geht es hierbei um den Prozess, nicht um das Ergebnis. Die Ökobranche nimmt seit jeher einen »Goldstandard« für sich in Anspruch, ohne am Ende nachzuweisen, worin dieser eigentlich besteht.

Weil also oftmals die Basis für die Bewertung fehlt, werden noch eine Weile die Hecken (die Maßnahme) honoriert werden müssen und nicht die Zahl der Vögel (das Ergebnis). Dennoch steht die Agrarumweltpolitik vor einem Neuanfang. Landwirte sollten die Diskussion darüber nicht verweigern. Noch können sie mitgestalten und verhindern, dass die Agrarumweltpolitik ohne sie stattfindet.

 

Thomas Preuße